Der Wahrheit verpflichtet
17. Februar 2026 - Paul Siegenthal

Nemo, der Erbschuldige – wenn Zeichen setzen schief geht

Paul Siegenthal
Der ESC-Gewinner wollte ein Zeichen setzen – und wurde selbst zum Zeichen. Was scheinbar als individueller Protest begann, führt zwangsläufig zu einer größeren Frage: Trägt Nemo Verantwortung für Geschichte – oder instrumentalisiert er sie, um moralisch zu glänzen? Mit der Rückgabe seines Pokals im Protest gegen Israel reiht sich Nemo, dessen Einstellung gegenüber Juden familiär verankert zu sein scheint, nahtlos in ein Schuldnarrativ ein, das längst mehr über Europa als über den Nahen Osten aussagt.

– Ein Kommentar von Paul Siegenthal, lic. oec. HSG

Er kam aus dem Nichts. Nemo, nicht-binär, gewann im Jahr 2024 den Eurovision Song Contest (ESC). Die Mainstream-Medien gerieten richtig aus dem Häuschen: ein Woker! Der Musikmarkt sah das anders: Sein «Hit» war ein Schlag ins Wasser. Nach ein paar Tagen Ruhm redete keiner mehr über ihn.
Doch dann bot sich eine Möglichkeit, noch einmal für Schlagzeilen zu sorgen. Unter medialem Applaus gab Nemo seinen ESC-Pokal (Preis ca. 2500 Euro) zurück. Er protestierte damit gegen die Teilnahme Israels am folgenden Eurovision Song Contest. Ein Künstler, der ein Zeichen setzt!

Schweizer Star-Karrieren

Nemo gewann den ESC, weil er in den woken Zeitgeist passt. Bald wird er wohl im Dschungelcamp zu sehen sein, um anschließend endgültig in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden. Seine Karriere als Schweizer Star wird der von Melanie Winiger gleichen. Nach einer eher peinlichen Karriere hüpfte sie alle paar Monate mit einem Promi ins Bett. Bereits in der darauf folgenden Boulevardausgabe durfte das Publikum dann an ihrer Freudennacht teilhaben.
Ähnlich erging es Nadine Vinzens in Hollywood, die jede noch so kleine Nebenrolle als Durchbruch präsentierte. Nach 15 Jahren voller Durchbrüche, wilder Partys und Liebschaften, kehrte sie, Ende Dreißig, in die Schweiz zurück, unschuldig wie am ersten Tag und ohne auch nur einmal Hamburger geflippt zu haben. Das soll ihr mal einer nachmachen! Beide können weiterhin direkt gebucht werden (Links unten, ich bekomme keine Kommission).

Die Familiengeschichte

Nemo hingegen hat keine Starkarriere vorzuweisen, aber eine bemerkenswerte Familiengeschichte, wie die Weltwoche recherchierte. Dieser Familie scheint den Zeitgeist in den Genen zu haben. Er entstammt der reichen St. Galler Kaufmannsfamilie Mettler. Die Familie galt als große Bewunderer Hitlers. Der Sohn des Patriarchen starb als Mitglied der Waffen-SS «für den Führer» am Kursker Bogen. Die Weltwoche folgerte, Nemo täte gut daran, sich angesichts dieser Familiengeschichte mit Israelkritik zurückzuhalten.

Erbschuld oder Ursünde

Unwillkürlich stellt sich die Frage der Erbschuld: Ist Nemo für das Gedankengut seiner Vorfahren verantwortlich? Linke bewirtschaften seit Jahrzehnten marxistische Opfer-/Täter-Narrative. Mittlerweile lastet die Erbschuld auf allem, was der Westen jemals unternahm: Kreuzzüge, Kolonialismus, Sklaverei usw.
Man kann es den Arabern nicht übel nehmen, so ihr Narrativ, wenn sie alles in ein Shithole verwandeln, sofern sie nicht Unmengen Öl unter den Füßen haben. Das Mindeste, was der Westen tun kann, sei, diese Menschen zu uns zu holen, um so wenigstens etwas von unserer Erbschuld zu tilgen.

Es gibt keine Erbschuld. Das Gebiet, das heute die Araber bewohnen, war früher christliches Stammland. Die Rückeroberung des Heiligen Landes in den Kreuzzügen war eine Befreiung und hätte konsequent fortgesetzt werden müssen. Der Kolonialismus befreite die Menschheit von der Sklaverei. Der Westen schuldet niemandem etwas – eher umgekehrt. Und wo keine Schuld ist, gibt es auch keine Erbschuld. Will Europa wieder auf die Füße kommen, muss es zuerst einmal diese Ansicht verinnerlichen.

Peccatum originale

Der Begriff der Erbschuld gibt es in der Theologie nicht. Dort ist vom «peccatum originale» die Rede, was Ursünde bedeutet. Mit der Taufe wird ein Kind davon freigesprochen. Die Erbschuld ist ein rein marxistisches Konstrukt. Folglich trägt heute niemand mehr eine Schuld am Holocaust, Täter und Opfer leben nicht mehr.

Erbschuld versus Kollektivschuld

Hingegen existiert die Kollektivschuld. Sie umfasst nicht nur die Täter, sondern auch die schweigende Masse, die gehorchte. Auch hier müssen sich die Deutschen vorwerfen lassen, dass sie sich zurzeit durch Einwanderung und die Energiewende an der Zerstörung ihres eigenen Volkes und ihrer Industrie schuldig gemacht haben. Das Volk kann sich nur reinigen, wenn es die Verantwortlichen zur Rechenschaft zieht.
Und so ist es deutlich erkennbar: Nicht Israel ist das eigentliche Thema von Nemos Protest, sondern ein Europa, das sich seiner Geschichte nur noch über Schulddefinitionen zu nähern vermag – und die musizierende Person, wie der ESC-Gewinner auf Wikipedia genannt wird, wurde zum willigen Symbol dieser Haltung.

Buchung Melanie Winiger
Buchung Nadine Vinzens

Was ist Haltung – und wo beginnt Ideologie?
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Bild: Screenshot aus ESC Musikvideo von 2025

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