Der Wahrheit verpflichtet
27. April 2023 - Torsten Engelbrecht

«Auch die Einstellung eines Bußgeldverfahrens ist eine Art Bestätigung dafür, dass die Virologie ohne Fundament ist»

Torsten Engelbrecht
Torsten Engelbrecht im Gespräch mit Marvin Haberland: Vor und nach dem Gerichtstermin – mit überraschendem Ausgang.

Marvin Haberland. Ingenieur aus Hamburg und seit kurzem Sprecher der Wissenschaftsplattform Next Level, hatte ein juristisches Verfahren am Laufen, das Explosionskraft besitzt. Explosionskraft deswegen, weil Marvin Haberland vor Gericht nichts Geringeres klären wollte, als die grundlegende Frage, ob Viren wie SARS-CoV-2 wirklich als Ursache für Symptome nachgewiesen wurden. Dabei ging es um eine Ordnungswidrigkeit im Zusammenhang mit der Maskenpflicht (HOCH2 berichtete).

Am gestrigen Mittwoch hat das Amtsgericht Hamburg nun über Haberlands Fall befunden. Ergebnis: Der zuständige Richter hat das Verfahren eingestellt. Die Verfahrenskosten trägt die Staatskasse, nur seine Fahrtkosten muss Marvin selbst zahlen. Vor allem aber ist der 31-jährige mit seinem Anliegen, die Frage, Viren solide nachgewiesen wurden, gerichtlich klären zu lassen, nicht durchgekommen. Im Interview mit HOCH2 erläutert Haberland, was er nach dem Urteilsspruch empfindet und wie es jetzt weitergeht. 

 

Hoch2: Hallo Marvin, jetzt ist die Verhandlung vorbei. Wie fühlst du dich?

Marvin Haberland: Ich fühl mich erst einmal sehr gut, weil sehr, sehr viele Leute gekommen sind – viel mehr, als ich erwartet hatte. Der Saal war proppenvoll, sodass einige interessierte Personen gar nicht in den Gerichtssaal hinein konnten. So etwas hat das Gericht hier wahrscheinlich auch noch nicht erlebt.

Der Richter war zunächst an sich sehr freundlich. Er hat mich gefragt, warum ich der Meinung sei, dass das Bußgeld nicht rechtmäßig ergangen ist. Ich habe dann meine Argumente dargelegt. Danach wurde eine Zeugin hineingeholt. Dabei handelte es sich um eine Polizistin, die seinerzeit zu den Beamten gehörte, die meine Personalien aufnahmen. Die hat gesagt, sie könne sich an nichts mehr erinnern, sie könne dazu gar nichts mehr sagen. Anschließend hat sie den Saal verlassen und das Verfahren wurde eingestellt.

Wesentliche Begründung des Richters dafür, das Verfahren einfach einzustellen, war, dass ich ja mehrere Bußgeldbescheide bekommen hätte. Da habe ich mich gefragt, was das bitte schön für eine Argumentationslogik ist. Denn ich bin ja extra gegen mehrere Bußgeldbescheide vorgegangen mit dem Hintergedanken, dass es folglich nicht so leicht sein sollte, eine Einstellung zu «kassieren». Aber das scheint dem Gericht total egal gewesen zu sein.

Der Richter hat einen richtig roten Kopf bekommen, nachdem ich ihm gesagt hatte, dass ich ihn für befangen halte. Das hatte dann aber laut dem Richter keine Relevanz mehr, da er, wie er meinte, sein Urteil schon gesprochen hätte. Ich wollte auch noch von ihm wissen, warum er mich nicht frei gesprochen hat. Und seine Antwort war, dass er das nicht für notwendig erachtet hätte.

Im Anschluss zeigten sich Leute aus dem Publikum unzufrieden mit dem Urteilsspruch – und verschafftem ihrem Unmut auch verbal Luft. Daraufhin drohte der Richter mit Bußgeldern, wenn nicht umgehend Ruhe einkehren und der Saal nicht schnell geräumt würde.

Aber nun, grundsätzlich bin ich zufrieden, weil wir eindrucksvoll ein weiteres Mal demonstriert haben, dass die Virusideologie kein Fundament besitzt und dass die Gerichte instruiert sind – man kann es nicht anders sagen – die von mir vorgetragenen Fakten nicht auf den Prüfstand zu stellen. Für die wäre das gewissermaßen ein Fass ohne Boden. Die sind ganz offenkundig angewiesen, so etwas einfach einzustellen, um sich bloß nicht irgendwie angreifbar zu machen.

Wenn dies nun mehr und mehr Menschen mitbekommen, indem wir es auch über verschiedene Kanäle verbreiten, und wenn diese Menschen dann verstehen, dass eine solche Vorgehensweise vor Gericht zur Einstellung eines Verfahrens führt, dann ist auch damit schon sehr viel gewonnen. Das Ziel ist ja am Ende zu zeigen, dass die Virologie keine wissenschaftliche Grundlage hat – und die Gerichte bestätigen das quasi, indem sie Verfahren wie das von mir einfach einstellen und die vorgetragenen wissenschaftlichen Argumente vor lauter Angst nicht anfassen bzw. ignorieren.

Hast du denn noch eine Chance, dein Anliegen bei diesem Verfahren noch weiter zu verfolgen?

Wenn ich verurteilt worden wäre, das Bußgeld zu zahlen, dann hätte mir der Weg offen gestanden, in die Berufung zu gehen und damit auf die nächste Ebene. Und wenn ich freigesprochen worden wäre, hätte ich ein Urteil bekommen, in dem eine Begründung für den Freispruch hätte drinstehen müssen. Beides wollte der Richter aus den eben genannten Gründen nicht machen. Der steht sicherlich auch unter massivem Druck. Und deswegen wählen die Gerichte den Weg der Verfahrenseinstellung, der für sie total «sexy» ist, da sie hier nicht einmal eine Begründung mitliefern müssen.

Ich bekomme wahrscheinlich nicht einmal irgendwas Schriftliches. Ich muss zwar kein Bußgeld zahlen, aber durch ihr Agieren schützen die Gerichte im Endeffekt das unrechtmäßige System der Virologie. Und dennoch: Es ist so offensichtlich, was hier abläuft, dass dieses Urteil auf jeden Fall ein Teilsieg darstellt. Ich hätte mir natürlich etwas anderes gewünscht, aber gut.

Wie geht es jetzt für dich weiter, auch was das Thema fehlender Virusnachweis angeht?

Klar, ich werde es weiterverfolgen. Ich habe auch mit einigen Besuchern gesprochen, die noch Verfahren am Laufen haben, teilweise in zweiter Instanz. Die werden wir sicherlich mit dem Wissenschaftsportal Next Level unterstützen oder zu ihnen zumindest mal Kontakt aufnehmen und schauen, wie die Sachlage ist.

Auf privater und persönlicher Ebene verfolge ich das Thema natürlich auch weiter, weil es mich nach wie vor total interessiert und noch immer viel zu wenig Menschen darüber Bescheid wissen.

Hast du das Gefühl, dass sich etwas verändert hat – dass die Menschen, wenn du mit ihnen sprichst, seien es Freunde oder Bekannte, offener sind als zu Beginn der «Corona Zeit», als Kritiker wie dich einfach in eine bestimmte Ecke gestellt wurden?

In meinem Freundes- und Bekanntenkreis haben sich mittlerweile doch einige bei mir entschuldigt. Auch habe ich insgesamt vier Bußgeldverfahren in Hamburg begleitet, bei denen die Betroffenen genau so vorgegangen sind wie ich und die alle eingestellt wurden. Dass hier viermal eingestellt wurde, das erwähne ich auch gegenüber Menschen, die misstrauisch sind, wenn es um die Kritik an der Virustheorie geht. Das hilft auf jeden Fall auch. Dass ein Bußgeldverfahren, bei dem die Fakten so wie von mir aufbereitet vorgetragen werden, eingestellt wird, ist definitiv nicht nur negativ.

Vielen Dank, Marvin, für dieses Gespräch.

Ich danke auch – auch den vielen, die zu meiner Verhandlung gekommen sind und unterstützt haben. So etwas hat der Richter in seiner Laufbahn bisher wohl noch nicht gesehen

Das Interview mit Marvin Haberland führte HOCH2-Redaktor Torsten Engelbrecht und ist weiter oben auf dieser Seite verlinkt.

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Marvin Haberland (31) arbeitet als Ingenieur in Hamburg. Er graduierte 2018 mit einem Bachelor of Science in Wirtschaftsingenieurwesen. Anschließend erhielt er ein Fulbright-Stipendium und studierte an der University of California in Berkeley, an der er mit einem Master of Engineering abschloss. Seit 2017 beschäftigt er sich intensiv mit Ernährungswissenschaft, Infektions- bzw. Keimtheorie und Virologie, speziell im Hinblick auf wissenschaftliche Evidenz. Seit kurzem ist er auch Sprecher der Wissenschaftsplattform Next Level.

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