Der Wahrheit verpflichtet
09. Dezember 2025 - Bundesrat Bullshitter: Politik ohne Wahrheitspflicht 1

Bundesrat Bullshitter: Politik ohne Wahrheitspflicht

Bundesrat Bullshitter: Politik ohne Wahrheitspflicht
Zwischen Lüge und Wahrheit liegt eine gefährlich wachsende Grauzone: Bullshitting. Wer so kommuniziert, will nicht informieren, sondern formen. Während Lügner und Ehrliche zumindest an derselben Wahrheit andocken, lebt der Bullshitter in einer eigenen Welt: einer Welt, in der Fakten nur Material sind. Ein Blick in die Schweizer Regierung zeigt, wie etabliert dieses Prinzip bereits ist und wer unter den sieben Bundesräten der König dieser Strategie ist. – Ein Kommentar von Paul Siegenthal, lic. oec. HSG

Um zu verstehen, weshalb die politische Debatte so vernebelt wirkt, muss man beim Verhalten unserer eigenen Regierung beginnen. Bei den Bundesräten Jans und Baume-Schneider entsteht beispielsweise nicht der Eindruck, dass sie lügen. Sie wissen es einfach nicht besser. Ihr Leben in der linken Bubble spielte sich immer weit entfernt von der Realität des Volkes ab. Bei den Pressekonferenzen erzählen sie dann das, was ihnen ihre Berater am Schminktisch kurz vor der Pressekonferenz einhauchen. Nein, sie sind keine Lügner! Auch Joe Biden war keiner: Er wusste von nichts – Veranstalter der Show waren andere. Nicht einmal selbst unterschreiben musste er. Er wird sich nie vor einem Gericht verantworten müssen.

Lügner und Ehrliche haben eines gemeinsam: Sie wissen, dass es eine Wahrheit gibt. Beide kennen sie, der eine spricht sie aus, der andere verschweigt sie.

Die dritte Sorte: Zweck statt Wahrheit

Es gibt noch eine dritte Sorte: die Bullshitter! Ihnen ist es egal, ob etwas wahr oder falsch ist. Wenn sie etwas sagen, dann geht es ihnen darum, ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Der Prototyp des Bullshitters ist Bundesrat Cassis. Ihm ist die Wahrheit vollkommen egal. Sein einziges Ansinnen ist es, die Bevölkerung in seinem Sinne zu manipulieren. Ob das Resultat das Schweizer Volk in den Abgrund führt, interessiert ihn nicht. Das Ziel heiligt die Mittel.

Die Rahmenbedingungen dafür sind gut. Die uniforme Mainstream-Presse wird seine Halbwahrheiten unhinterfragt weiterverbreiten. Ein paar wenige werden kritisch sein, aber das ist nur eine Minderheit. Demokratie funktioniert bekanntlich nach dem 50-Prozent-Prinzip. 30 Prozent sind Profiteure und werden sowieso zustimmen. Dann braucht es nur noch 20 Prozent Denkfaule und die Hürde ist geschafft. Das einzige, was hätte gefährlich werden können, wäre das Ständemehr, doch der Bundesrat und der Ständerat entschieden, dass es für das EU-Rahmenabkommen nicht notwendig sei.

Die Naivität der Kritiker

Erstaunlich ist, wie die Kritiker auf Cassis' Politik reagieren – man muss es als naiv bezeichnen. Sie widersprechen ihm in Einzelheiten und listen Details auf, die er verschweigt oder bewusst verdreht.

Cassis und seine PR-Berater wissen das. Ihr Kalkül: Die alternativen Medien erreichen nur eine Minderheit von circa 20 Prozent der Bevölkerung. 80 Prozent werden kaum Widersprüchliches erfahren – und selbst dann, wird nur eine kleine Minderheit davon das Hirn einschalten und sich damit auseinandersetzen.

Der Bundesrat scheint sich seiner PR-Strategie sicher zu sein. Bisher hält er es offenbar nicht für nötig, die alternativen «Medienschaffenden» im Morgengrauen aus dem Bett zu holen wie in Deutschland.

Alternative Medien: neue Strategie nötig!

Alternative Medien müssten Bundesrat Cassis konsequent beim Namen nennen, statt versuchen, seine Halbwahrheiten und Weglassungen zu korrigieren. Das Volk interessieren solche Details nicht.

Das Staatswesen im Bullshitmodus

Bullshitting ist keine Erfindung von Bundesrat Cassis – er ist nur der Geschickteste bzw. der Schamloseste in der Landesregierung. Die Technik des Bullshitting ist das Kommunikationsprinzip der öffentlichen Verwaltungen in der Schweiz.

Ein Meister ist das Bundesamt für Statistik: Die Zahlen sind schöngerechnet und zweckdienlich dargestellt. Zunächst werden die guten Absichten der Verwaltung gelobt, dann werden Auszüge präsentiert, die deren Effizienz belegen. Es folgen viele prozentuale Statistiken, die eigentlich gar nichts aussagen. Ganz am Schluss, wenn 90 Prozent der Leser schon eingeschlafen sind, werden schließlich noch die nackten Zahlen präsentiert. Journalisten lesen das kaum – sie haben diesen Beruf nicht ergriffen, weil sie besonders gut in der Mathematik waren, Kenntnisse der Ökonomie haben sie erst recht keine.

Auch die Wirtschaft betreibt intensiv Bullshit. Ein Blick in die Finanzberichte reicht. Besonders unterhaltsam waren die CS-Geschäftsberichte, vor allem jene kurz vor dem Ende. Sie sind schon fast fiktionale Meisterwerke.

Ja, wir leben im Zeitalter des Bullshitismus.

 

Ihre Meinung zählt: Was denken Sie über die heutige Regierungs- und Medienkommunikation? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare.

 

© Bild: Nightcafé (KI)

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1 Kommentar zu “Bundesrat Bullshitter: Politik ohne Wahrheitspflicht”

  • Juralaeufer sagt:

    Bundesräte werden von den Parteien gewählt. Dabei haben die Parteien kein Interesse aus den den vorgeschlagenen Personen die Bessere zu wählen. Also werden alle Parteien immer die Schlechten der anderen Partei wählen. Das ist ein logischer Vorgang !!!
    Fazit ist: Der Bundesrat setzt sich aus lauter Nieten zusammen. Würde das Volk wählen würden nur die Tüchtigsten zu Bundesräten, ohne Einfluss der Parteizugehörigkeit. Hier liegt das Problem in der Schweizer Demokratie.

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