Der Wahrheit verpflichtet
13. November 2023 - Fabian Ramseyer 1

Gesund dank Luft anhalten?

Fabian Ramseyer
Auch dieses Jahr wird wieder die Angsttrommel gerührt. Grippe, Corona und andere Krankheiten bedrohen uns. Und wieder findet die Wissenschaft Antworten, welche niemand gesucht hat.

Der Herbst hat Einzug gehalten und mancherorts vermag man auch schon den Winter fühlen. Deshalb erstaunt es nach den letzten Jahren nicht, dass wieder die Angsttrommel in Schwingung versetzt wird. Es wird beispielsweise das P(l)andemie-Motto Sich-impfen-lassen-für-den-Schutz-von-anderen wieder hervorgenommen – dieses Mal gegen die Grippe. Nachdem diese im Pandemiejahr, gemäß offiziellen Zahlen völlig besiegt war, ist die Grippe nun wieder zurück. Der altbekannte Christoph Berger, Präsident der Eidgenössischen Kommission für Impffragen, erklärt in der SRF-Tagesschau vom 5. November, wie man dieser noch besser entgegentreten kann:

«An Grippe erkranken vor allem ältere und chronisch kranke Personen schwer. Diese zeigen eine weniger gute Antwort auf die Grippeimpfung als jüngere, gesunde Personen. Kinder erkranken auch an der Grippe, aber meist nicht so schwer. Würden wir sie auch gegen die Grippe impfen, hätten wir den Effekt, dass weniger ältere und chronisch Kranke an Grippe erkranken und schwer erkranken würden. (...) Es ist ein Anliegen der Eidgenössischen Kommission für Impffragen, die Grundlage zu schaffen, dass auch Impfungen zum indirekten Schutz eine Kostenübernahme erhalten können.»

Zudem wird in mehrere Zeitschriften das Maskentragen wieder diskutiert, vorerst in der Schweiz eher vorsichtig. Anders sieht es in Teilen Deutschlands aus, so die Uniklinik Tübingen, welche ab dem 13. November wieder eine Maskenpflicht für Patienten und Besucher einführt.
Wer in die verstörende Vergangenheit zurückschaut, wird sich vielleicht an die absurden neuen Forschungsfelder erinnern. Beispielsweise wurde am 29.06.2023 in Zeit Online, aufbauend auf der wissenschaftlichen Arbeit mit dem Titel: «Einfluss der Stimm- und Artikulationsweise auf die Aerosolpartikelemission beim menschlichen Sprechen» verkündet, dass Tor-Jubel «Superspreader Potenzial» hätte. Wer nicht weinen will, schaut mit einem Schmunzeln zurück. Wer nun aber denkt, dies liegt alles in der Vergangenheit, wird erstaunt sein zu hören, dass eine japanische Forschungsgruppe das Verhalten von Aerosolen bei joggenden Personen untersucht haben. Dazu verwendeten die Forscher eine menschengroße Puppe. Die Forschungsarbeit, welche im «Scientific Reports» veröffentlicht und auch im deutschen Ärzteblatt thematisiert wurde, kam unter anderem zu folgenden, atemberaubenden Schluss:

«Unsere Ergebnisse zeigten, dass der Höhepunkt des Risikos einer Virenexposition innerhalb von 5 Sekunden bei direkten Begegnungen sowohl unter belüfteten als auch unter unbelüfteten Bedingungen lag. Darüber hinaus verringerte sich das Risiko einer Virenexposition unter belüfteten Bedingungen im Vergleich zu unbelüfteten Bedingungen erheblich. Basierend auf diesen Erkenntnissen wird erwartet, dass die Berücksichtigung einer Risikominderungsstrategie für die Dauer von 5 Sekunden bei direkten Begegnungen das Risiko einer Virenexposition bei der Übertragung über die Luft erheblich reduziert.»

Also einfach gesagt, raten die japanischen Wissenschaftler offenbar dazu, 5 Sekunden die Luft anzuhalten, sobald eine anderes menschliches Wesen in die Nähe kommt. Sowohl bezüglich der Menge der Aerosole, als auch der Verteilung dieser greift man auf Modelle zurück. Dadurch findet man etwas heraus, was den meisten wohl klar war. Wenn man die Luft anhält, kommen keine Aerosole in die Lunge. Wie man aber in Menschenmengen die Luft bei jedem Kreuzen anhalten soll, wird nicht thematisiert. Wie gesund dass das ist, ebenso nicht. Sollten sie also in naher Zukunft jemanden mit blau angelaufenem Gesicht über den Weg laufen, könnte es gut sein, dass dieser den Rat der Ärzte ernst genommen hat und sich «schützt».

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1 Kommentar zu “Gesund dank Luft anhalten?”

  • hochhinaus sagt:

    Herr Christoph Berger sagte mal bei einem Interwiew im Privat TV CWL (Reporter Daniele Schranz) Die Corona-Impfung mRNA verbleibe im Muskel vom Oberarm und könne sich keinenfalls weiter im Körper verbreiten. Wie man nun weiss und bestätigt worden ist stimmt das heutenicht mehr.
    Ist sich Herr Berger dem bewusst?

    Ernst Tresch pensionierter Elektromonteur

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