
– Ein Kommentar von Paul Siegenthal, lic. oec. HSG
Freiheit beginnt nicht, wenn sich die Welt verändert. Sie beginnt, wenn du dich veränderst. Und sie beginnt mit dem Mut, Nein zu sagen.
Hast du schon einmal geschwiegen, obwohl du eigentlich etwas sagen wolltest? Das sind kleine Gehorsamsübungen. Jedes Mal, wenn du dein Gewissen zugunsten von Bequemlichkeit aufgibst, stärkst du deinen Instinkt, dich anzupassen. Wenn es dann um viel geht, ist diese Gewohnheit bereits tief in dir verankert.
Dein Gewissen wird durch eine autoritäre Stimme außer Kraft gesetzt. Die Gefahr liegt nicht in Gewalt oder Wut. Sie liegt im leisen Befehl, der mit Autorität ausgesprochen wird. Sie liegt in der Bereitschaft zu gehorchen, obwohl jede Faser deines Wesens dir sagt, dass du Widerstand leisten solltest. Nietzsche würde dies als die größte Schwäche der Menschheit bezeichnen: die Vorliebe für Bequemlichkeit statt Mut, Gehorsamkeit statt Freiheit.
Zunächst musst du erkennen, dass auch du nicht gegen Autorität immun bist. Überschätze niemals deine Stärke. Freiheit beginnt nicht mit Stolz, sondern mit Demut. Nur wenn du dir deine Schwächen eingestehst, kannst du dich auf Widerstand vorbereiten. Das ist der Beginn deiner Stärke. Der Herdentrieb lebt auch in dir.
Du musst dir bewusst werden, dass du kein Teil der Masse bist, sondern ein Individuum. Das gelingt dir nur, wenn du selbst denkst. Jeden Tag stehst du mehrfach vor der Wahl zwischen Konformität und Gewissen, zwischen Unterwerfung und Stärke. Du musst lernen, diese Situationen zu erkennen. Du musst erkennen, wo du dem Herdentrieb folgst. Und solange du ihn nicht erkennst, wirst du ihm gehorchen. Dabei geht es nicht um Nebensächlichkeiten oder die gewöhnlichen gesellschaftlichen Konventionen, die unser Zusammenleben bestimmen.

Der Weg aus der Masse: Fast jeder von uns hat schon geschwiegen, obwohl er hätte widersprechen sollen. Genau dort beginnt der Verlust der Freiheit – und genau dort kann er auch enden.
Erkenne jene Handlungen, die du befolgst, die du jedoch als für falsch empfindest: Du zahlst mit der Karte, statt mit Bargeld, du akzeptierst Geschäftsbedingungen, die deine Rechte einschränken, du verbindest dein Gerät mit dem WLAN (IoT – Internet of Things), obwohl du weißt, dass der Hersteller so dein Gerät kontrolliert, du akzeptierst die Korruption deiner Regierung, weil du glaubst, sonst negativ aufzufallen, usw.
Zunächst musst du dir bewusst werden, welche Alternativen du hast. Die Regierungen und Firmen tun alles, um deine Wahlmöglichkeiten einzuschränken: Die SERAFE, bzw. GEZ ist eine Zwangsabgabe, mit der sie uns Staatspropaganda den Hals hinunterstopfen, Elektriker zwingen uns, teure proprietäre Elektrobuchsen zu kaufen, und wenn wir das Gerät nicht an das WLAN anschliessen, funktioniert es nur teilweise. Du musst dein Gehirn einschalten – es gibt fast immer ein «Workaround», du musst ihn nur finden.
Nun beginnt der mühsame Teil. Gehorsam bedeutet, Verantwortung abzugeben. Widerstand bedeutet, sie zurückzuholen. Laut Nietzsche entsteht Größe nur dann, wenn man die Last der eigenen Entscheidungen trägt. Beginne mit kleinen Gesten der Rebellion. Finde heraus, wie man Vorschriften umgeht. Verzichte auf Geräte, die vom Hersteller ferngesteuert werden. Beharre auf dein Recht, mit Bargeld zu bezahlen.
Stärke entsteht nicht in Bequemlichkeit. Sie entsteht in Konfrontation. Jedes Mal, wenn du dich weigerst, etwas zu tun, das gegen dein Gewissen verstößt, schärfst du deine Individualität. Jedes Mal, wenn du ohne zu fragen gehorchst, stumpfst du sie ab. Deshalb bewunderte Nietzsche den Trotz, selbst wenn er mit Leiden einherging. Er sah Trotz als Zeichen des Lebens. Widerstand zu leisten bedeutet, die eigene Existenz zu bekräftigen. Blind zu gehorchen bedeutet, sie zu leugnen.
Freiheit beginnt nicht, wenn sich die Welt verändert. Sie beginnt, wenn du dich veränderst. Und sie beginnt mit dem Mut, Nein zu sagen.
Wo sagst du heute noch Nein – und wo schweigst du vielleicht zu oft? Teile deine Gedanken in den Kommentaren.
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© Hauptbild: Paul Siegenthal
© Beitragsbild: Nightcafé (KI)