
Kreative Schreibe
Die Artikel auf der Digitec-Redaktionsseite sind alle folgendermaßen aufgebaut: Zuerst die Frage «Lohnt sich der Umstieg von der Version 5.00 auf die 5.01? Wir verraten es Dir. Wir haben das Produkt auf Herz und Nieren getestet.» Dann erklärt der Journi die Specs, die man auch im Handbuch nachlesen kann. Wenn er die Kunden dann noch vollkommen für blöd verkaufen will, kommt noch ein Unboxing-Teil («Besonders gut gefallen hat uns, dass ein USB-Kabel beilag.»). Die Artikel schließen dann mit dem Fazit: «Für die Besitzer der Version 5.00 bringt ein Upgrade nur einen kleinen Vorteil, für die Besitzer der Version 4.99 ist es jedoch ein Quantensprung.» Einige Redakteure verfallen sogar noch dem Größenwahnsinn und machen dem Hersteller Empfehlungen, wie er sein Produkt in Zukunft verbessern könne.
«Fazinierende» Lebensläufe und gute Arbeitsbedingungen
Unten im Artikel ist der Lebenslauf des Redakteurs angefügt. Ein Ingenieursstudium kann man keinem vorwerfen, auch nicht eine Tätigkeit in der Industrie. Dafür hat er sich schon als Primarschüler für Technik interessiert und in seiner Freizeit ist er Hobby-Astronaut oder so. Den Mehrwert, den er den Kunden bietet, ist zwar gering, aber immerhin sind die Arbeitsbedingungen, mal abgesehen vom Lohn, leicht besser als beim Pizzakurier.
Objektiv und unparteiisch
Kürzlich versuchte die Plattform ein Internetabo für 40 Schweizer Franken zu vertrölen. Das gleiche Abo (mit dem gleichen Datendurchsatz!) bekommt man auch für 15 Franken bei Aldi-Mobile. Für 40 Franken gibt es heute bereits ein Starlink-Abo.
Die eigene Redaktion begleitete das Angebot mit Pseudoartikel, Analysen und Vergleichen. Sogar ein «Experte» beurteilte das Angebot und lobte es natürlich. Offensichtlich: Digitec will hier fette Kasse machen. Pro Abo bleiben schätzungsweise 30 Franken hängen.

Durchsatz mit Aldi-Abo 1000 m von Antenne entfernt
Shitstorm inklusive
Dummerweise erwähnte jemand das günstige Abo in den Kommentaren. Sofort ging das Gejaule los. Musk (der Besitzer von Starlink) sei ein ganz schlimmer Finger, Nazi, usw. Die Latenzzeit sei viel schlechter, man können die Angebote gar nicht vergleichen, usw. – ein richtiger Shitstorm. Vermutlich sind viele Kommentare von den Redakteuren selbst, die unter gefakten Profilen Interaktionen auf ihre Artikel vortäuschen, um beim Arbeitgeber zu punkten.
Qualitätsjournalismus
Ein Außenstehender stellt sich natürlich die Frage, warum jemand, der nicht Elektroingenieur ist, noch nie gelötet hat und das Gerät nicht einmal öffnen darf, überhaupt seinen Senf dazu geben kann. Wahrscheinlich handelt es sich bei der Digitec-Redaktion um ein Beschäftigungsprogramm für linke Möchtegern-Journis, die sonst nirgends unterkommen.
Learnings
Wir können alle viel von Digitec lernen. Erstens: Wir sind Experten, sobald wir uns oberflächlich in ein Thema eingearbeitet haben. Zweitens: Jeder der uns widerspricht, ist ein Volltrottel, Verschwörungstheoretiker oder gar ein Nazi. Drittens: Wir können voller Selbstvertrauen stolz auf unser Wissen sein, was uns von anderen abhebt. Den nächsten Artikel beginnen wir dann gleich als Propheten «Was Du über XY wissen musst ...»
Lieber Leser, liebe Leserin haben Sie mit Digitec/Galaxus dieselben Erfahrungen gemacht wie unser Kommentator? Und finden auch Sie mit den redaktionellen Teil des Portals grenzwertig? Oder haben Sie hier eine ganz andere Ansicht? Lassen Sie es uns in den Kommentaren wissen!
© Bild: Paul Siegenthal
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Luca Fontana, Gutmensch und "Senior Editor" (seine Eigenbeschreibung spricht Bände) fällt als ganz besonders eiferiger Zensor auf.
z.B. hier: https://www.digitec.ch/de/page/andor-bricht-ein-tabu-37852
Jeder linksgrüne Versager (respektive "Versagende"), der nicht in der staatliche geschützten Propagandawerkstätte SRG "abzockeridée suisse" oder bei der chronisch defizitären "Republik" landet, findet noch eine Beschäftigung bei Digitec.
Und was dort nicht ins linksfaschistisch-gutmenschliche Narrativ passt, wird systematisch zensuriert.
Wie Digitech selber schreibt, arbeiten in HongKong 80 Angestellte für Migros/Digitec. Und dann will man uns erklären sie hätten bessere Qualität wie Temu oder Aliexpress und man müsse in der Schweiz einkaufen.
Sie verkaufen ihre Kundschaft für blöd. Sind aber nicht die einzigen. Interdiscount ist auch nicht besser.
Der redaktionelle Bereich von dient primär SEO-Zwecken. Umfangreiche Produktbeschreibungen und Testberichte sorgen für bessere Google-Rankings. Kritische Distanz zu eigenen Angeboten fehlt oft, da der Fokus auf Sichtbarkeit statt echtem Mehrwert liegt. Inhalte bleiben oberflächlich, Hauptsache die Suchmaschine wird bedient.
Könnte man die Kolumnen von Siegenthal nicht auf eine fixe Zeit und Wochentag setzen? Dann weiss ich, wenn ich vorbeikommen muss.
Digitec könnte sich den redaktionellen Teil vollkommen sparen. Es gibt genügend Reviews auf Youtube zu den Produkten. Das gesparte Geld könnten sie an den Kunden weitergeben.